Die 16-jährige Annika Obert aus Steinach, Schülerin des Marta-Schanzenbach-Gymnasiums Gengenbach, hat beim Landeswettbewerb Jugend forscht in Aalen den 1. Platz im Fachgebiet Chemie gewonnen und sich damit erneut für das Bundesfinale qualifiziert.
Beim Landeswettbewerb vom 25.03. bis 27.03.2026, der dieses Jahr von der Hochschule Aalen als Partnerinstitution ausgetragen wurde, traten 102 Jugendliche mit 61 Projekten in sieben Fachgebieten an; elf Projekte aus Baden-Württemberg lösten am Ende das Ticket für das Bundesfinale im Mai in Herzogenaurach.
Für Annika Obert ist dieser Erfolg ein ganz besonderer: Mit ihrem Projekt „Entwicklung eines Berliner-Weiß-Blau-Grün-Braun-Akkumulators“ überzeugte sie in Aalen erneut eine sechsköpfige Jury im Fachgebiet Chemie und wurde zur Landessiegerin gekürt. Bereits im Vorjahr hatte sie das Landesfinale in diesem Fachgebiet gewonnen.
Ihr aktuelles Projekt verfolgt das Ziel, Energiespeicherung allein über die Reaktionen zwischen den Oxidationsstufen des synthetischen Farbpigments Berliner Blau zu ermöglichen. Schon beim Regionalwettbewerb Südbaden in Freiburg hatte Annika Obert mit ihrer Arbeit überzeugt, wo sie den Regionalsieg errang. In ihrem Projekt befasste sich Annika mit Energiespeichern der Zukunft und entwickelte insbesondere die elektrolytische Abscheidung dünner, homogener und kristalliner Berliner-Blau-Schichten auf Graphit systematisch weiter. Charakteristisch für den von ihr entwickelten Akkutyp ist der markante Farbwechsel der Elektroden zwischen Braun, Grün, Blau und Weiß. Perspektivisch könnte dieser Akku das Potenzial haben, als alternativer Energiespeicher ohne seltene Rohstoffe auszukommen, Importabhängigkeiten zu verringern und zugleich die Umwelt zu schonen.
Bemerkenswert ist auch der bisherige Wettbewerbsweg der jungen Forscherin: Im Jahr 2024 gewann sie den Landessieg im Junior-Wettbewerb von Jugend forscht mit einer selbstentwickelten Methode zur quantitativen Bestimmung von Vitamin C in Lösungen. 2025 war Annika Obert auf Bundesebene mit dem Projekt „Untersuchung und Optimierung eines Berliner-Blau Akkumulators“ bei Jugend forscht erfolgreich und erreichte dort in Hamburg den 2. Preis im Fachgebiet Chemie. Der aktuelle Landessieg knüpft damit an eine außergewöhnliche Serie wissenschaftlicher Erfolge an. Zusätzlich gewann sie in diesem Jahr neben dem ersten Platz auch den Sonderpreis Energie des Bundesministeriums für Wirtschaft und Energie sowie den
Sonderpreis Forschungspraktikum an der Fakultät Chemie der Universität Stuttgart, vergeben von der Universität Stuttgart und Chemie.BW. Zudem darf sie als weitere Auszeichnung im Sommer an der 75. Lindauer Nobelpreisträgertagung teilnehmen.
Entstanden ist das preisgekrönte Projekt im Rahmen der Jugend-forscht-AG des Marta-Schanzenbach-Gymnasiums in den Räumlichkeiten des Xenoplex und der Xenoplex Projektbetreuung. Unterstützt wurde die Arbeit durch den Trägerverein Forscher/innen für die Region e. V.
Das Xenoplex ist ein zentraler Ort der Begleitung wo Schülerinnen und Schüler von einem engagierten Team betreut werden. Die Betreuung von Annikas Projekt übernahmen u.a. Sandra Rüdlin vom Xenoplex sowie Claas Rittweger, Lehrkraft am Marta-Schanzenbach-Gymnasium.
Die Freude über den Erfolg ist daher nicht nur bei der Preisträgerin selbst groß, gesamten Forschungsumfeld und ihrer Schule. Der Erfolg zeigt eindrucksvoll, wie fruchtbar die Zusammenarbeit von Schule, Schülerforschungszentrum und außerschulischer Förderung sein kann. Mit ihrer Ausdauer, fachlichen Tiefe und großen Experimentierfreude steht Annika Obert beispielhaft für einen naturwissenschaftlichen Nachwuchs, der weit über die Region hinaus Aufmerksamkeit verdient.