Foto: Markus Scholz | Leopoldina
Milla Hermann, 2. Preisträgerin im Fachbereich Biologie des Jugend forscht Landeswettbewerbs Baden-Württemberg 2025, präsentierte am 3. Juli 2026 im Rahmen der Langen Nacht der Wissenschaften ihr Jugend forscht Projekt als Science Slam auf der Bühne der Nationalen Akademie der Wissenschaften Leopoldina in Halle (Saale).
Als jüngste Teilnehmerin in der 13-jährigen Geschichte des Formats erklärte sie unterhaltsam und auf verständliche Art und Weise im Rahmen eines 10-minütigen Science Slams, passend zum Thema „Medizin der Zukunft“, wie sie in ihrem im Xenoplex Schülerlabor durchgeführten Projekt die Genschere CRISPR-Cas zum Nachweis von Viren nutzte.
Neben Milla präsentierten drei Wissenschaftler:innen ihre Forschung im Festsaal der Leopoldina vor ungefähr 380 Zuschauern. Beim Leopoldina Science Slam handelt es sich um ein kostenloses und öffentliches Angebot der Nationalen Akademie der Wissenschaften, Menschen aller Altersklassen und jeden Wissensstandes über die aktuellen und relevanten Themen der Wissenschaft zu informieren. Hierfür haben die Slammer:innen zehn Minuten Zeit ihre eigene Forschung spannend, witzig, unterhaltsam, aber dennoch wissenschaftlich korrekt zu präsentieren. Wer gewinnt, entscheidet am Ende das Publikum. Hierzu durften sich kleinere Gruppen bilden, die als „Jury“ Karten von eins bis zehn bekamen und damit jeden Slammer am Ende der Show bewerteten.
In ihrem Science Slam inszenierte Milla die Abläufe der molekularen Diagnostik mit der Genschere auf kreative Weise als Kriminalfall. Dabei beschrieb sie den erkrankten Körper als einen Tatort und den einzigartigen genetischen Code des Virus als den gesuchten Fingerabdruck des Täters. Das molekularbiologische Detektivpaar „crWatson“ (die CRISPR-RNA/crRNA) und „CasSherlock“ (das Cas-Enzym) geht gemeinsam auf Fahndung. Passt der biochemische Abgleich mit dem gesuchten Erreger zusammen, wird eine Reaktion ausgelöst, wodurch der Detektiv-Genschere unter Blaulicht wortwörtlich ein helles Licht aufgeht.
Am Ende des Slams zeigte sie dem Publikum mit Aufnahmen aus ihrem Projekt, dass eine schnelle Viren-Diagnose auch ohne teures Laboraustattung vor Ort möglich sein könnte. Dabei verknüpfte sie ihre Forschung mit hochaktuellen globalen Themen wie der Gefahr potenzieller von Tieren auf den Menschen übertragener Krankheiten.
Milla gewann während der Ausarbeitung ihres Slams wertvolle Erfahrungen im Bereich der Wissenschaftskommunikation. Gemeinsam mit Promovierenden und Postdocs machte sie aktuelle wissenschaftliche Diskurse für die breite Öffentlichkeit transparent und zugänglich. Besonders die Moderation zeigte sich im Nachgang sichtlich beeindruckt und bezeichnete Millas Leistung in den sozialen Medien offiziell als „mega beeindruckend“.
Milla, mittlerweile Studentin, zeigte mit diesem Auftritt, was Jugend forscht für vielfältige Möglichkeiten eröffnen kann worüber sich auch ihre ehemaligen Betreuenden Sandra Rüdlin und Tobias Stadelmann vom Schülerforschungszentrum Xenoplex freuten.