04.06.2014

Xenoplex

Warum ist ein Schülerforschungszentrum in der Ortenau am Standort Gengenbach?

Der sich verschärfende Fachkräftemangel, die zunehmende Überalterung der Gesellschaft (25% der Einwohner in Gengenbach ist über 60 Jahre), die Abwanderung der Jugendlichen in die Städte und Ballungszentren sowie der hohe Innovationsdruck der Wirtschaft fordern neue Handlungsstrategien. Angesichts dieser Faktoren ist es wichtig, alle vorhandenen Begabungspotentiale noch wirkungsvoller als bisher zu identifizieren, Perspektiven für die Jugendlichen zu schaffen, diese stärker in der Region zu verwurzeln sowie für das Angebot an naturwissenschaftlichen-technischen Berufszweigen zu begeistern.

Außerschulische Lern- und Kreativorte, wie ein Forschungszentrum, haben daher enormes Potential. Sie wecken Interesse an naturwissenschaftlich-technischen und ingenieurswissenschaftlichen Themen. Gerade in der Region Ortenau, in der „Tüfteln“ zum wirtschaftlichen Erfolgsrezept gehört, ist es notwendig Nachhaltigkeit zu etablieren und die Schulen in ihrer gesellschaftlichen und volkswirtschaftlichen Nachwuchsförderung zu unterstützen. Schülerforschungszentren sind unsere Talentschmiede der Zukunft! Der Sportler geht in den Sportverein, der Musiker in den Musikverein, wohin geht der naturwissenschaftlich-technisch Begabte?

Bereits seit 2010 besteht am Marta-Schanzenbach-Gymnasium (MSG) in Gengenbach das BioLab Projekt und eine „Jugend forscht“- Gruppe, die inzwischen, gemeinsam mit dem FRO, mehrere Erfolge verbuchen konnte. Ein Team stellte sogar den Bundessieger und vertrat Deutschland auf dem Europawettbewerb.

Folgende zentrale Fragestellung führte zu dieser Konzeption, an der u.a. Vertreter des Regierungspräsidiums Freiburg, des Schulamtes Offenburg, der Wirtschaftsregion Ortenau sowie die Hochschule Offenburg, Lehrkräfte unterschiedlicher Bildungseinrichtungen und Kindertagesstätten mitgewirkt haben:

 

Wie kann es gelingen, begabten Schülerinnen und Schülern aller Schulformen, Möglichkeiten zu bieten, ihr Wissen experimentell, aktiv und eigenständig anzuwenden, zu erweitern und durch eigene Forschung Neues herauszufinden?

 

„Erleben–Experimentieren–Erforschen“ sind dabei die unterschiedlichen Herangehensweisen in den verschiedenen Lebensphasen von Kindern und Jugendlichen, um spielerisch und mit Spaß an naturwissenschaftliche und technische Themen herangeführt zu werden. Daher ist es naheliegend auch verschiedene außerschulische Lern- und Kreativwelten entsprechend durchgängig zu organisieren:

 

Erleben:

Lernzentrum Kinzigtal (LZ) in Biberach: Seit 02/2011 aktiv (für Kindergarten- und Grundschulkinder).

Experimentieren:

SchülerLernZentrum (SLZ), geplante Standorte sind Haslach und Wolfach (für ganze Klassen der Sekundarstufe I).

Erforschen:

Diesen Bereich soll das Schülerforschungszentrum Xenoplex am Standort Gengenbach abdecken. Die Zielgruppe sind Schülerinnen und Schüler der Sekundarstufe I + II (Klassenstufe 8 -12/13).

 

Erleben–Experimentieren–Erforschen, dies sind die Säulen des Konzepts der E3-Lernwelten in der Ortenau. Jede Altersgruppe wird berücksichtigt und der Weg vom Wecken naturwissenschaftlicher Interessen bis zur eigenen Forschung wird den Schülerinnen und Schülern barrierefrei ermöglicht.

 

Das Xenoplex in Gengenbach liegt geographisch weit entfernt von Standorten vergleichbarer Einrichtungen (z.B. das Schülerforschungszentrum Südwürttemberg, das Phaenovum in Lörrach, das experimenta in Heilbronn, das Life-Science Lab in Heidelberg). Somit befindet sich im Ortenaukreis, und im weiteren Umfeld von 100-150 Kilometern, kein Schülerforschungszentrum, welches die Kriterien eines solchen erfüllt und von den Schülerinnen und Schülern der Ortenau regelmäßig erreichbar wäre. Das Xenoplex hat aus diesem Grund im Ortenaukreis ein Alleinstellungsmerkmal und ist somit auch das erste in diesem Raum geplante Vorhaben. Durch Einbettung in die E3-Lernwelten knüpft es an das bestehende Angebot für Grundschüler, sowie Schülerinnen und Schüler der Mittelstufe in der Region sinnvoll an, sodass mit diesem Konzept ein deutschlandweiter Pilotcharakter entsteht.

 

Neben den Schulen befindet sich auch eine Außenstelle der Hochschule Offenburg am Bildungscampus in Gengenbach und somit in unmittelbarer Nähe zum Xenoplex. Das Planungsteam des Xenoplex arbeitet gerade an einer Kooperationsvereinbarung zwischen der Hochschule und dem FRO um die gemeinsame Forschung noch weiter auszubauen. Den Namen „Xenoplex“, das Logo und Ideen für die Corporate Identity wurden bereits in Kooperation mit der Hochschule Offenburg von Studierenden der Medienfakultät entworfen.

 

 

 

 

 

 

Durch den FRO bestehen bereits enge Beziehungen zur regionalen und überregionalen Wirtschaft. Wir erhoffen uns dadurch einen Knowhow-Transfer zwischen Wirtschaft, Xenoplex und Schulen. Für die Unternehmen soll zusätzlich die Möglichkeit bestehen, Forschungsaufträge an das AFZ zu geben, die dann von interessierten Jugendlichen übernommen werden. So entstehen bei den Jungforschern frühe Kontakte zu den Unternehmen und somit auch Perspektiven für die regionale Zukunft der Jugendlichen. Aus diesen Gründen sind wir bestrebt, die bestehenden Beziehungen zur Wirtschaft zu pflegen und weiter auszubauen.

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